
Blutorange — Sorten, Eigenschaften und Verwendung in der Küche
Die Blutorange ist nicht die Orange, die Sie normalerweise kaufen. Sie ist kleiner, geschmacklich intensiver und hat ein Fruchtfleisch, das von Granatrot bis fast Schwarz reicht. Wenn man sie aufschneidet, sieht es aus, als hätte jemand einen Instagram-Filter darübergelegt — aber nein. Sie sieht wirklich so aus.
Die Färbung verdankt sie den Anthocyanen, Verbindungen, die in der gewöhnlichen Süßorange nicht vorkommen (oder nur in unbedeutenden Mengen). Sie entstehen, wenn die Nächte kalt und die Tage mild sind — genau das Klima, das in Valencia zwischen Januar und Februar herrscht. Der Temperaturunterschied aktiviert die Bildung dieser Pigmente, derselben, die auch Heidelbeeren und roten Trauben ihre Farbe verleihen.
Sorten der Blutorange
Nicht alle roten Orangen sind gleich. Die drei wichtigsten Sorten sind:
Tarocco. Aus Sizilien, angebaut auf den vulkanischen Böden rund um den Ätna. Zartrot, sehr süß und mit hohem Vitamin-C-Gehalt. International die verbreitetste Sorte.
Sanguinello. Spanischen Ursprungs — entstand 1929 durch eine spontane Mutation. Das Rot ist intensiver, die Frucht hat wenige Kerne und eine leicht bittere Note, die sie in der Küche interessant macht. Kleiner als die Navelina und nur in den kältesten Monaten des Jahres verfügbar.
Moro. Italienischen Ursprungs, mit dem dunkelsten Fruchtfleisch der drei. Bitterer, sehr saftig, kernlos. Die bevorzugte Sorte für Saft mit spektakulärer Farbe.
Daneben gibt es die Doble Fina (ähnlich der Sanguinello) und die Entrefina (eine Mutation der Doble Fina), die außerhalb der Anbaugebiete weniger bekannt sind.
Was die Blutorange besonders macht
Ernährungsphysiologisch teilt die Blutorange die Grundeigenschaften jeder Orange: Vitamin C, Ballaststoffe, Folsäure und Kalium. Eine mittelgroße Blutorange liefert etwa 40 Kilokalorien pro 100 Gramm — kalorienarm und fettfrei, wie alle Orangen.
Was sie unterscheidet, sind die Anthocyane. Diese Pigmente gehören zur Familie der Flavonoide und haben anerkannte antioxidative Eigenschaften. Die Blutorange enthält außerdem Lycopin — denselben Stoff, der Tomaten rot färbt — sowie weitere Carotinoide und Polyphenole.
Man sollte ehrlich sein mit dem, was die Wissenschaft sagt und was nicht. Anthocyane werden aktiv erforscht, und es gibt Studien, die positive Effekte auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit nahelegen. Nahelegen ist aber nicht dasselbe wie beweisen, und kein einzelnes Lebensmittel verhindert für sich allein Krankheiten. Was die EFSA anerkennt, ist, dass Vitamin C zur normalen Funktion des Immunsystems und zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress beiträgt. Das gilt für alle Orangen, einschließlich der Blutorange.
Die Blutorange in der Küche
Die Blutorange hat einen komplexeren Geschmack als die Tafelorange: leicht bitter, mit Noten, die an Beeren erinnern. Das macht sie vielseitig in der Küche:
Saft. Die Farbe ist spektakulär — ein intensives Rot, das kein künstlicher Farbstoff hinbekommt. Ein Glas frisch gepresster Blutorangensaft ist eines der schönsten Dinge, die man auf einen Frühstückstisch stellen kann.
Salate. Blutorangenspalten mit Fenchel, Olivenöl und einer Prise Salz. Ein sizilianischer Klassiker, der als Vorspeise oder Beilage zu Fisch funktioniert.
Gebäck. Abrieb und Saft bringen natürliche Farbe und ein Zitrusaroma mit mehr Charakter als die gewöhnliche Orange. In Kuchen und Cremes ist das Ergebnis bemerkenswert.
Cocktails und Getränke. Ein Negroni mit Blutorangensaft. Eine Limonade, halb Zitrone, halb Blutorange. Die Farbe macht die halbe Arbeit; der Geschmack den Rest.
Wann man sie findet
Die Blutorangensaison in Valencia ist kurz: Januar und Februar, manchmal etwas Dezember, wenn die Kälte früh kommt. Sie ist eine strenge Winterfrucht — sie braucht die kalten Nächte, um die Farbe zu entwickeln. Außerhalb der Saison gibt es sie am Baum schlicht nicht.
Wenn Sie den Unterschied zwischen einer am Baum gereiften und einer wochenlang gekühlten Orange schmecken möchten: Unsere frischen Orangen aus Valencia werden auf Bestellung geerntet und direkt versendet. Die Blutorange, wenn sie Saison hat, ebenfalls.
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, was Zitrusfrüchte für Ihr Immunsystem tun — mit Fakten, nicht mit Slogans —, haben wir einen Artikel über Mandarinen, Zitronen und das Immunsystem.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Blutorange rot?
Wegen der Anthocyane — Pigmente, die sich bilden, wenn der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht groß ist. Es handelt sich um eine natürliche Mutation der Süßorange. Je kälter die Nacht, desto intensiver das Rot.
Wie schmeckt die Blutorange?
Komplexer als eine Tafelorange. Sie hat eine leicht bittere Note und erinnert an Beeren — Himbeere, Johannisbeere. Die Tarocco ist die süßeste; die Moro die bitterste.
Ist sie gesünder als eine normale Orange?
Sie hat dieselben Grundnährstoffe wie jede Orange (Vitamin C, Ballaststoffe, Kalium), plus Anthocyane. Diese haben anerkannte antioxidative Eigenschaften, aber das macht sie nicht zum Superfood und nicht besser als eine gute Tafelorange. Essen Sie die, die Ihnen am besten schmeckt.
Wann ist Blutorangensaison?
In Valencia zwischen Januar und Februar. Ein kurzes Zeitfenster. Außerhalb dieser Monate fehlt der Blutorange der Temperaturkontrast, den sie braucht, um Farbe und Geschmack zu entwickeln.


