
Gründüngung in Zitrushainen — was sie ist, wozu sie dient und warum wir sie einsetzen
Wenn Sie durch einen gut bewirtschafteten Orangenhain spazieren, fällt Ihnen als Erstes auf, dass der Boden nicht nackt ist. Zwischen den Bäumen wächst Gras, Klee, Hafer oder eine Mischung aus Pflanzen, die auf den ersten Blick wie Vernachlässigung aussieht. Ist es aber nicht. Diese Pflanzen sind absichtlich dort und haben einen Fachbegriff: Gründüngung.
In den Feldern, auf denen unsere Orangen aus Valencia wachsen, ist die Gründüngung ein ganz normales Arbeitswerkzeug. Keine Dekoration und kein Modetrend: eine Möglichkeit, den Boden zu verbessern, Erosion zu reduzieren und das Ökosystem rund um jeden Orangenbaum lebendig zu halten.
Was Gründüngung ist und wie sie funktioniert
Eine Gründüngung ist eine Kultur, die zwischen den Baumreihen oder an den Feldrandern gesät wird – nicht um sie zu ernten, sondern damit sie den Boden schützt und nährt. Es können Leguminosen wie Klee oder Wicke sein – die mithilfe symbiotischer Bakterien atmosphärischen Stickstoff im Boden binden –, Gräser wie Hafer oder Roggen, oder Mischungen aus beiden.
Das Prinzip ist einfach: Ein bedeckter Boden ist ein geschützter Boden. Regen spült die fruchtbare Schicht nicht weg, die Sonne trocknet ihn nicht zu Staub aus, und die Wurzeln der Pflanzen schaffen Kanäle, die die Wasseraufnahme verbessern. Wenn die Gründüngung gemäht und auf dem Feld belassen wird, zersetzt sie sich und gibt Nährstoffe an den Boden zurück. Ein Kreislauf, der ohne synthetische Düngemittel funktioniert.
Direkte Vorteile für Zitrusfrüchte
In einem Orangenhain bringt die Gründüngung mehrere messbare Vorteile. Der erste ist die Verbesserung der Bodenstruktur: Die Wurzeln der Gründüngungspflanzen brechen Verdichtungen auf und schaffen Poren, die die Drainage erleichtern. Das ist besonders in der Huerta von Valencia wichtig, wo die Sturzregen im Herbst das Gelände in wenigen Stunden sättigen können.
Der zweite ist die Temperaturregulierung. Ein bedeckter Boden hält stabilere Temperaturen als ein nackter, was die Wurzeln der Orangenbäume sowohl vor extremer Sommerhitze als auch vor Winterfrost schützt. Wenn Sie wissen möchten, wie das Klima Zitrusfrüchte beeinflusst, haben wir einen Artikel über den Einfluss der Septemberregen auf Zitrusfrüchte.
Der dritte ist die Biodiversität. Gründüngung lockt Bestäuber an – Bienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen – und natürliche Schädlingsfresser wie Marienkäfer und Florfliegen. Ein Feld mit Gründüngung braucht weniger Pflanzenschutzeingriffe, weil das Ökosystem selbst die Insektenpopulationen reguliert.
Management der Gründüngung – nicht einfach wachsen lassen
Eine Gründüngung ist kein Wildkraut, das unkontrolliert wächst. Sie erfordert Planung: die richtigen Arten für Bodentyp und Klima wählen, entscheiden, wann gesät, gemäht und wann das Pflanzenmaterial als Mulch liegen gelassen wird. In Zitrushainen wird die Gründüngung vor der Blüte der Orangenbäume gemäht, um Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe im kritischsten Moment des Zyklus zu vermeiden.
Man muss auch darauf achten, dass die Gründüngung nicht zum exklusiven Zufluchtsort für Schädlinge wird. Die Lösung ist nicht, sie zu beseitigen, sondern sie mit anderen Praktiken zu kombinieren, wie der Rotation von Gründüngungsarten und der Erhaltung von Hecken, die das Gleichgewicht zwischen Räubern und Schädlingen aufrechterhalten.
Gründüngung und nachhaltige Landwirtschaft
Der Einsatz von Gründüngung ist nicht neu – römische Bauern wechselten bereits die Kulturen, um den Boden zu verbessern – aber ihre systematische Anwendung im Zitrusanbau ist relativ jung. Sie ist Teil eines landwirtschaftlichen Ansatzes, der darauf abzielt, Qualitätslebensmittel zu produzieren, ohne die wichtigste Ressource zu zerstören: den Boden.
Unsere Felder wenden diese und andere Praktiken nachhaltiger Landwirtschaft an, weil wir davon überzeugt sind, dass eine gute Orange mit einem gesunden Boden beginnt. Wir verwenden keine Nacherntebehandlung, kein Wachs und keine Fungizide bei unseren Zitrusfrüchten. Und ein Teil des Grundes, warum wir das können, ist, dass wir das Ökosystem, das sie hervorbringt, von der Basis an pflegen – buchstäblich vom Boden aus.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Gründüngung in der Landwirtschaft?
Es sind Kulturen, die zwischen den Bäumen oder an den Feldrändern gesät werden, um den Boden zu schützen, seine Struktur zu verbessern, Nährstoffe zu binden und die Biodiversität zu fördern. Sie werden nicht geerntet: Sie werden gemäht und als Mulch liegen gelassen.
Welche Pflanzen werden als Gründüngung in Zitrushainen verwendet?
Leguminosen wie Klee und Wicke, die Stickstoff im Boden binden, und Gräser wie Hafer und Roggen, die die Struktur verbessern. Häufig werden Mischungen beider Familien eingesetzt.
Reduziert Gründüngung den Einsatz von Pestiziden?
Ja. Indem sie Bestäuber und natürliche Schädlingsfresser anlockt – wie Marienkäfer und Florfliegen – hilft die Gründüngung, Schädlingspopulationen auf natürliche Weise zu regulieren und den Bedarf an chemischen Eingriffen zu reduzieren.
Verwendet CitrusRicus Gründüngung auf seinen Feldern?
Ja. Gründüngung ist eine der Praktiken nachhaltiger Landwirtschaft, die wir in unseren Orangen- und Zitronenhainen in der Huerta von Valencia anwenden, zusammen mit dem Verzicht auf Nacherntebehandlung bei unseren Zitrusfrüchten.


