Artikel: Orangenmarmelade: bitter oder süß? Geschichte, Unterschiede und unser Rezept
Orangenmarmelade: bitter oder süß? Geschichte, Unterschiede und unser Rezept
Die klassische englische Orangenmarmelade wird aus Bitterorangen gekocht (den Sevilla-Orangen); die, die wir in Valencia machen — und die aus unserem Haus — aus süßen Orangen: weniger Zucker, mehr Frucht und der Geschmack frisch gepflückter Orangen. Keine ist „die echte": Es sind zwei Traditionen. Hier ihre Unterschiede, ihre Geschichte und ein komplettes Rezept.
Ein wenig Geschichte: von Sevilla nach Schottland
Die Bitterorange (Pomeranze) kam Jahrhunderte vor der süßen Orange mit den Arabern nach Spanien und war lange die Orange schlechthin. Schiffe brachten sie von Sevilla nach Großbritannien, und dort — die Legende zeigt auf Dundee in Schottland — entstand die englische Marmalade: bitter, mit Schalenstreifen, dicht und dunkel. Bis heute ist „Seville oranges" im Englischen das Synonym für Marmeladenorangen.
In der valencianischen Huerta lief die Geschichte anders: Hier setzte sich die süße Tafelorange durch, und Marmelade wurde zu Hause aus den Früchten des eigenen Hains gekocht — aus dem, was da war. Und das war süß und wunderbar. Aus dieser Tradition kommen wir.
Bitter oder süß: die echten Unterschiede
| Marmelade aus Bitterorangen | Marmelade aus süßen Orangen | |
|---|---|---|
| Orange | Bitterorange/Pomeranze („Sevilla", roh ungenießbar) | Tafel-/Saftorange (Navel, Navelina…) |
| Geschmack | Markante Bitternote, parfümierter Grund | Frischer Orangengeschmack, natürliche Süße |
| Zuckerbedarf | Hoch: bis 1:1 zur Frucht, um die Bitterkeit zu zähmen | Geringer: Die Frucht bringt ihre eigene Süße mit |
| Textur | Dicht, dunkel, mit Schalenstreifen | Heller und fruchtiger |
| Tradition | Britisch (Dundee, 18. Jh.) | Mediterran, aus Haus und Hain |
| Für wen | Geübte Gaumen, Toast mit Butter | Alle — Frühstück, Joghurt, Käse, Gebäck |
Unsere: ohne Schale, viel Fruchtfleisch — und geheimes Rezept
Hier sind wir ehrlich: Das Rezept unserer Marmelade verraten wir nicht. Es gehört uns, mit eigenen Mengenverhältnissen und Kniffen aus dem Haus. Zwei Dinge dürfen wir vorwegnehmen: Sie enthält keine Schale und sehr viel Fruchtfleisch — deshalb schmeckt sie nach frisch gepresster Orange, nicht nach Zucker. Gekocht wird sie aus den süßen Orangen des Hains, denselben, die wir in den Kisten verschicken. Hier können Sie sie probieren.
Zum Selbermachen: ein Grundrezept für den Einstieg
Das folgende ist nicht unseres — es ist ein klassisches, erprobtes Hausrezept für Marmelade aus süßen Orangen. Ein praktischer Hinweis: Dieses Rezept verwendet die Schale, also müssen die Orangen ungewachst und ohne Nacherntebehandlung sein. Bei gewachsten Supermarktorangen sollten Sie die Schale nicht verwenden.
Zutaten (für ca. 500 g):
- 1,1 kg süße Orangen der Saison
- 500 g Zucker
- 550 ml Wasser
- Die Schale einer halben Zitrone (nur das Gelbe, ohne das Weiße)
- Frisch sterilisierte Gläser mit Deckel
Schritt für Schritt:
- Orangen waschen und die Schale dünn abschälen (ohne das Weiße, das bitter macht). In feine Streifen schneiden.
- Die Streifen 10 Minuten in reichlich Wasser kochen; abgießen, Wasser wechseln, noch 1 Minute kochen. Dieses doppelte Blanchieren nimmt die Bitterkeit und lässt nur das Parfüm übrig.
- Die Filets herauslösen und dabei möglichst alles Weiße entfernen; über einem Teller arbeiten, damit kein Tropfen Saft verloren geht.
- Die 550 ml Wasser mit dem Zucker aufkochen; Filets, Saft, blanchierte Streifen und die Zitronenschale zugeben.
- Bei mittlerer Hitze 45–60 Minuten köcheln, gelegentlich rühren, bis die Masse eindickt. Der Kalte-Teller-Trick: Ein Tropfen auf einem kalten Teller — läuft er nicht, ist sie fertig.
- Heiß abfüllen, verschließen und die Gläser 10 Minuten auf den Kopf stellen. Ungeöffnet hält sie Monate; geöffnet 2–3 Wochen im Kühlschrank.
Häufige Fragen
Welche Orangen nimmt man für Marmelade?
Das hängt von der Tradition ab: Die englische verwendet Bitterorangen aus Sevilla, die mediterrane süße Tafelorangen. Nicht verhandelbar ist, dass die Orange ungewachst ist — die Schale gehört zur Marmelade.
Warum ist englische Marmelade bitter?
Weil sie aus Bitterorangen gekocht wird, einer Sorte, die man nicht roh isst. Ihre natürliche, mit Zucker gezähmte Bitterkeit ist genau das, was ihre Liebhaber seit dem 18. Jahrhundert suchen.
Braucht Marmelade aus süßen Orangen weniger Zucker?
Ja: Da keine Bitterkeit auszugleichen ist, kann der Zucker reduziert werden und die Orange bleibt die Hauptdarstellerin. Das ist der Unterschied, den man beim direkten Vergleich am deutlichsten schmeckt.
Kann ich Supermarktorangen für Marmelade verwenden?
Können schon — aber wenn sie gewachst oder nachbehandelt sind, sollten Sie die Schale nicht verwenden, und ohne Schale verliert die Marmelade den halben Charakter. Suchen Sie unbehandelte Orangen; unsere gehen ohne Wachse vom Baum zu Ihnen.
Enthält die Marmelade von CitrusRicus Schale?
Nein. Unsere kommt ohne Schale und mit viel Fruchtfleisch süßer Orangen aus dem Hain — hauseigenes (und geheimes) Rezept. Deshalb schmeckt sie zuerst nach Orange, nicht nach Zucker oder Bitterkeit.
Wie lange hält selbstgemachte Marmelade?
Gut vakuumiert in sterilisierten Gläsern mehrere Monate an einem kühlen, dunklen Ort. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 2–3 Wochen verbrauchen.
Wenn Sie das Glas lieber direkt öffnen: unsere Orangenmarmelade, gekocht aus den süßen Orangen eines Hains mit fünf Generationen Geschichte. Und wenn Sie das Rezept wagen: Die Orangenkiste kommt ohne Wachse — mit einer Schale, die Sie bedenkenlos verwenden können.
